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eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und
Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren anderen Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indirekt
angegriffen wird mit dem Ziel und/ oder dem Effekt des Ausstoßes und die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt."
Diese Definition ist in der Gesellschaft gegen psychosozialen
Stress und Mobbing (GpsM) e.V. zusammen mit
Heinz Leymann entwickelt worden. Wenn man diese Definition genauer betrachtet, enthält sie mehrere Teile:
Zunächst handelt es sich um eine bestimmte Situation in einem festgefügten sozialen Rahmen: Mobbing
geschieht im Arbeitsleben. Das ist sehr wichtig: Unsere Arbeitskollegen und -kolleginnen können wir uns nicht
aussuchen.
Eine Arbeitsgruppe ist fast immer eine vom Betrieb zusammengesetzte "Zwangsgemeinschaft".
Man arbeitet nicht zusammen, weil man sich gerne hat, sondern weil man zusammen im Auftrag des Betriebes
bestimmte Aufgaben lösen soll. Wer sich in dieser Zwangsgemeinschaft nicht wohl fühlt, kann nicht einfach
gehen. Mobbing tritt nur selten in freiwilligen Zusammenschlüssen wie Sportvereinen oder Freizeitclubs auf,
ganz einfach deshalb, weil derjenige, der sich nicht akzeptiert fühlt, sich einen anderen Verein oder ein anderes
Hobby suchen kann.
Weiterhin unterscheidet die Definition zwei verschiedenen Klassen von Handelnden. Es gibt die unterlegene
Einzelperson und die angreifenden Kollegen oder Vorgesetzten. Wichtig ist dabei, daß diese Rollen im Laufe
des Mobbing -Prozesses entstehen. In einigen Fällen waren beide Konfliktparteien lange Zeit gleichwertig, bis
schließlich eine Seite in dem Dauerkonflikt ihre Bewältigungsmöglichkeiten verlor und in die unterlegene
Position kam.
Dann wird in der Definition von einer "konfliktbelasteten Kommunikation" geredet. Im Laufe eines langen
Arbeitstages begegnen sich Kollegen an den meisten Arbeitsplätzen häufig und es wird viel kommuniziert -
überwiegend fachlich, aber oft auch privat. Es gibt ständig konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz.
Herr Müller ist im Streß und faucht seine Kollegin an: "Können Sie nicht die Tür zumachen oder haben Sie bei
sich zu Hause Säcke vor den Türen." Konfliktbelastete Kommunikation kann aber auch ohne Worte geschehen.
Auch wenn ich meinem Kollegen den täglichen Gruß verweigere oder demonstrativ über seinen Kopf hinweg
rede, als sei er Luft, ist dies eine konfliktbelastete Kommunikation. Aber ist das schon gleich Mobbing?
Zum Mobbing - Geschehen gehört dazu, daß die konfliktbelastete Kommunikation systematisch und während
längerer Zeit andauert. Wenn Frau Müller ihre Kollegin Frau Schneider schon seit einer Woche nicht mehr grüßt,
ist es mehr als ein normaler Streit. Wenn das seit Monaten so geht, wird Frau
Schneider bereits stark darunter leiden. Wenn nicht nur Frau Weber, sondern die ganze Arbeitsgruppe, die aus fünf Frauen besteht, aufhört,
Frau Schneider zu grüßen, entsteht bereits ein gewaltiger Druck.
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